23.08.2019

Externe Prüfung: Zulassung zur Abschlussprüfung ohne vorangegangenes Ausbildungsverhältnis

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Im Download (siehe unten rechts) finden Sie weitere Informationen und den Antrag auf Zulassung

Nachteil fehlender Ausbildungsabschluss
Viele Menschen arbeiten ohne einen formalen Berufs- oder Studienabschluss.
Oft ist das nachteilig, besonders für die berufliche Weiterentwicklung, bei einem geplanten Arbeitgeberwechsel oder bei (drohender) Arbeitslosigkeit.
Auch finanziell macht sich ein fehlender Berufsabschluss bemerkbar. Wer ohne Ausbildungsabschluss auf einer Fachkräftestelle arbeitet, verdient statistisch neun Prozent weniger als seine Kollegen mit einem Ausbildungszeugnis.

Wer kann an einer Externen-Prüfung teilnehmen?
An einer IHK-Abschlussprüfung kann man unter bestimmten Umständen teilnehmen, obwohl man keine Ausbildung gemacht hat.
Diese sogenannte ´Externen-Prüfung´ regelt das Berufsbildungsgesetz in § 45 Abs. 2.

Die externe Prüfungsteilnahme wird bei der IHK beantragt, in deren Bezirk der Prüfungsinteressent wohnt. Die IHK Mittleres Ruhrgebiet ist deshalb Ansprechpartnerin für Interessenten, die in den Städten Bochum, Hattingen, Herne und Witten wohnen.
Andere IHKs können im IHK-Finder nachgesehen werden: https://www.ihk.de/#ihk-finder

Berufserfahrung ist Voraussetzung
Voraussetzung für eine Zulassung zur Externen-Prüfung sind Erfahrungen in dem Beruf, in dem die Prüfung abgelegt werden soll. Welche Inhalte einen Ausbildungsberuf ausmachen, legt die Ausbildungsordnung fest: https://www.bibb.de/de/berufeinfo.php

Als Regel gilt: Derjenige, der das eineinhalbfache der Zeit, die als Ausbildungszeit vorgesehen ist, in dem Beruf tätig gewesen ist, kann zur Prüfung zugelassen werden. Für den dreijährigen Ausbildungsberuf Kaufmann/-frau für Büromanagement sind dies also viereinhalb Jahre.
Die IHK kann von dieser Vorgabe abweichen. Dies gilt zum Beispiel für Studienabbrecher.

Nachweis von Berufserfahrung
Eine Entscheidung über die externe Prüfungszulassung erfolgt für jede/-n Antragsteller/-in individuell. Dafür benötigt die IHK möglichst aussagekräftige Informationen darüber, wie zeitlich und inhaltlich umfangreich die Berufserfahrung ist.
Erforderlich ist immer ein tabellarischer Lebenslauf.
Darüber hinaus sind Nachweise der Berufserfahrung erforderlich, das können zum Beispiel sein:

  • Ausbildungs- und Arbeitszeugnisse
  • Arbeitsverträge
  • Tätigkeitsbescheinigungen
  • Referenzen
  • Zertifikate
  • Bescheinigungen der Agentur für Arbeit
  • Lohnbescheinigungen des Arbeitgebers
  • Gleichstellungsbescheinigung
  • Gutachterliche Stellungnahmen zuständiger Stellen
  • Selbstauskünfte
  • Stellenbeschreibungen
  • Sozialversicherungsnachweise
  • Gewerbeanmeldungen

Die Teilnahme an der externen IHK-Prüfung ist gebührenpflichtig, die Gebühr richtet sich nach dem jeweils aktuellen Gebührentarif: https://bit.ly/3bkMtvT. Für die Antragsbearbeitung fallen 35,00 € an, die Prüfungsgebühr ist nach Aufwand der Prüfung unterschiedlich hoch.

Vorbereitung auf die Prüfung
Externe müssen sich auf die Prüfung besonders sorgfältig vorbereiten, denn sie richtet sich dem Grunde nach an junge Menschen, die drei Jahre lang ausgebildet wurden und die Berufsschule besucht haben.

Mögliche Alternative: Höhere Berufsbildung
Für Menschen, die schon einen Ausbildungsabschluss haben, im Laufe ihres Werdegangs aber den Beruf oder die Branche gewechselt haben, ist die Teilnahme an einer externen Ausbildungsprüfung nicht immer der sinnvollste Weg der beruflichen Weiterentwicklung oder des Wiedereinstiegs: Die Zulassung zu Prüfungen der höheren Berufsbildung ist oft möglich. Und ein Abschluss als Fachwirt/-in oder Meister/-in ist am Arbeitsmarkt noch stärker gefragt, als ein Ausbildungsabschluss: https://netzn.de/b/c9d39e7f-9dd9-4a00-b179-eea3192cb4c0/erfolg-mit-weiterbildung-das-hat-man-jetzt-davon