22.03.2021

Umfrage zu Corona-Tests in Unternehmen

geschrieben von Kay Pfefferkuchen

Die Ergebnisse werden der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsident:innen beim heutigen Bund-Länder-Treffen vorgelegt.

Pandemie, Lockdown, schrittweise Lockerungen. Diese Themen halten die Menschen im Ruhrgebiet sowie im Rest der Welt in Atem.
In diesem Moment findet ein weiteres Bund-Länder-Treffen statt. Bundeskanzlerin Merkel und die Länderchef:innen entscheiden unter anderem darüber, wie in Unternehmen mit Schnell- und Selbsttests verfahren werden soll.

Im Hinblick auf die Unternehmen plant die Bundesregierung, das Testangebot zur Pflicht zu machen. Dort, wo kein Homeoffice möglich ist, sollen Unternehmer:innen ihren Angestellten ein bis zwei Tests pro Woche ermöglichen.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat zusammen mit den IHKs und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft eine Umfrage zu Corona-Tests in Unternehmen erstellt. An dieser konnten die Unternehmer:innen vom 17. bis einschließlich zum 19. März teilnehmen.
Die Ergebnisse werden der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsident:innen beim heutigen Bund-Länder-Treffen vorgelegt.

Die folgenden Informationen beziehen sich auf die Unternehmen aus Bochum, Herne, Witten und Hattingen.

Gut elf Prozent der Teilnehmer geben an, bereits regelmäßig Selbsttests im Unternehmen anzubieten. Bundesweit liegt dieser Wert bei knapp 19 Prozent.
Etwa 30 Prozent planen, in Kürze Selbst- oder Schnelltests anzubieten – immerhin ein Prozent mehr als auf Bundesebene.

Auf die Frage, warum sie keine Selbsttests anbieten, geben knapp 40 Prozent fehlende Informationen zum Umgang mit Tests in den Betrieben an.

Für rund 30 Prozent der Teilnehmer sind die Kosten für die Tests angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage nicht tragbar. Das erklärt auch, warum sich etwa drei Viertel finanzielle Unterstützung bei den Tests wünschen.

Knapp 50 Prozent der Teilnehmer geben an, zwischen vier und 19 Mitarbeiter zu beschäftigen. Auf Bundesebene beschäftigen die teilnehmenden Unternehmen im Schnitt zwischen 20 und 249 Mitarbeiter:innen. Interessant ist laut Thomas Gdanietz von der IHK Mittleres Ruhrgebiet, dass die Zahlen dennoch so nah beieinander sind:

„Man sollte meinen, dass die größeren Unternehmen auch größeres Interesse an den Selbst- bzw. Schnelltests hätten. Die Umfrage zeigt aber, dass den kleineren Unternehmen mindestens ebenso viel daran gelegen ist, ihren Mitarbeitern Tests anzubieten.“

—Thomas Gdanietz, IHK Mittleres Ruhrgebiet

Laut Gdanietz könnte das daran liegen, dass die kleineren Unternehmen natürlich auf jede:n Mitarbeiter:in angewiesen sind.

„Wenn bei zwei bis drei Beschäftigten einer ausfällt, wird es schon schwierig, ein Modell wie zum Beispiel Click & Collect umzusetzen. Dabei sind solche Lösungen in Corona-Zeiten von großer Wichtigkeit für den stationären Handel.“

—Thomas Gdanietz, IHK Mittleres Ruhrgebiet

Als Lichtblick betrachtet Gdanietz, dass trotz der schwierigen Lage nur fünf Prozent der Teilnehmer angeben, ihren Betrieb vorerst geschlossen zu haben.