04.10.2021

11. Oktober: International Coming Out Day

geschrieben von Andrea Koch

Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transgender etc. (LGBT) sind an diesem Tag, sofern sie persönlich bereit dazu sind aufgerufen, sich öffentlich zu zeigen, also erstmals oder erneut den sichtbaren Schritt des Coming-out-Prozesses zu unternehmen. Dies ist eines der besten und oft wirksames Mittel gegen Homophobie und Transphobie. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die LGBTs persönlich kennen, diesen Gruppen gegenüber positiver eingestellt sind. Je mehr unterschiedliche Menschen LGBTs kennen, desto leichter können sie vorhandene Vorurteile über Bord werfen.

Jenen, die sich noch im Coming-out-Prozess befinden, soll Mut gemacht werden, diesen Schritt zu wagen und zu sich selbst zu stehen, sich so anzunehmen, wie sie sind, und dadurch an Stärke zu gewinnen. Oft wird von den Betroffenen vorgefühlt oder aufmerksam auf Bemerkungen über LGBT geachtet; die meisten offenbaren sich erstmals einem engen Freund oder einem ihrer Geschwister. Heute werden die ersten Schritte auch manchmal im Internet unternommen. Das Coming-Out wird im Allgemeinen als Befreiung erlebt, weil die Notwendigkeit des Verheimlichens wegfällt und man Erfahrungen und Wünsche mit anderen teilen kann. 

Der dritte wesentliche Punkt ist, der heteronormativen Bevölkerung dieses Thema näher zu bringen und sie darüber aufzuklären, warum es schwierig sein kann, sich zu outen und offen zu leben, und wie Außenstehende diesen Prozess unterstützen können. 

Warum betrachten wir diesen Tag besonders?

So lange es noch Menschen gibt, die wegen ihrer Homosexualität ihren Job verlieren, gemobbt und als Schwuchtel beschimpft werden.

So lange Verwaltungsangestellte sich weigern, homosexuelle Paare zu trauen.

So lange nicht jeder überall heiraten und Kinder adoptieren kann.

So lange die Selbstmordrate von Homosexuellen immer noch höher ist als die von Heterosexuellen 

So lange ein Coming out einer YouTuberin wie Melina Sophie, einer Schauspielerin oder eines Ex-Fußballprofis wie Thomas Hitzlsperger immer noch so große Aufmerksamkeit wert ist.

So lange Homosexuelle für ihre Entscheidung als mutig, dumm, verrückt bezeichnet werden.

So lange ein Outing als schwieriger Schritt wahrgenommen wird.

So lange ist der Coming Out Tag wichtig.

Was ist der Mehrwert für Unternehmen?

Unternehmen, die Vielfalt fördern, sind erfolgreicher, die Mitarbeiter:innen zufriedener.  Daneben profitieren solche Firmen natürlich auch vom Imagegewinn. Sie können neue Absatzmärkte erschließen, neue Mitarbeiter gewinnen und so dem Fachkräftemangel entgegenwirken.

In Deutschland veranstalten verschiedene Initiativen kleine Projekte. Der Verein Coming Out Day e. V. möchte auf die Situation von schwulen und lesbischen Jugendlichen aufmerksam machen und auch den Aktionstag in Deutschland etablieren. Der Vereinsname bezieht sich sowohl auf den Tag selbst als auch auf den Tag des persönlichen Coming-outs. In Bochum bietet die Rosa Strippe ein vielfältiges, auf die einzelne Person zugeschnittenes Beratungsangebot an.        

Die IHK Mittleres Ruhrgebiet ist überzeugt:

Wir und Sie können nur dann weiterhin erfolgreich sein, wenn wir Vielfalt in der Belegschaft zulassen, nutzen und fördern! Sie möchten mehr dazu erfahren, warum wir uns mit dem Thema Diversity beschäftigen? Und Sie möchten wissen, welchen Mehrwert dies für Ihr Unternehmen hat? Gerne!