04.03.2021

Überbrückungshilfe III oder Neustarthilfe?

geschrieben von Lea Wegmann

Ist es für mich besser die Neustarthilfe oder die ÜH III zu beantragen?

Die Beantwortung der Frage hängt von einer Reihe von Kriterien ab und wir können nur Anhaltspunkte geben:

  • Die Neustarthilfe ist ein Betriebskostenvorschuss von max. 7.500 €, den Sie selber beantragen können und i.d.R. sofort erhalten. Die tatsächliche Höhe des Vorschuss richtet sich nach Ihrem Jahresumsatz 2019. Die 1.250 € erhalten Sie als Vorschuss pro Monat, wenn Ihr Jahreseinkommen 2019 min. 30.000 € beträgt. Abhängig von Ihrem Umsatz im 1. Halbjahr 2021 müssen sie ihn gegebenenfalls (anteilig) zurückzahlen. Daher überlegen Sie bitte, wie hoch Ihr Vorschuss sein und Ihr Umsatzrückgang wahrscheinlich ausfallen wird.
  • Die Berechnung der Ü-Hi 3-Förderung richtet sich nach Ihren Fixkosten. Die Höhe der Förderung richtet sich nach dem Umsatzeinbruch im betrachteten Monat. Liegt er beispielsweise in einem Monat über 70%, erhalten Sie 90% der Fixkosten in dem Monat als Zuschuss.
  • Wie hoch sind Ihre monatlichen Fixkosten? Bei einer Förderung von 90% müssten Ihre Fixkosten bei etwa 1.390 € pro Monat liegen, um eine Förderung von 1.250 € zu erhalten.
  • Beachten Sie zudem, dass Sie für die Ü-Hi 3 eine/n Steuerberater/in beauftragen müssen (Kosten!) und zunächst nur einen Abschlag von 50% der Fördersumme erhalten.
  • Grobe Trends:
  • Je geringer Ihr Jahreseinkommen (z.B. weniger als 30.000 €), umso mehr dürfte Ihnen die NSH helfen.
  • Je geringer Ihre monatlichen Fixkosten sind, umso günstiger dürfte für Sie die NSH sein.
  • Je dringender Sie den Zuschuss benötigen, umso mehr kommt für Sie die NSH infrage, weil sie schnell ausgezahlt wird und Sie keine zusätzlichen Kosten durch Beauftragung eines/r Steuerberaters/in haben.


Unser Rat: Überschlagen Sie die Förderung über beide Programme.

  • Schreiben Sie in einer Tabelle Ihre monatlichen Umsätze 2019 auf und Ihre voraussichtlichen Einnahmen 2021 bis Juni daneben.
  • NSH: 
  • Teilen Sie den Jahresumsatz 2019 durch 2. Das ist der sog. Referenzumsatz. Liegt er über 15.000 €, erhalten Sie 7.500 € an Vorschuss. Liegt er unter 15.000 €, halbieren Sie den Referenzumsatz und kommen so auf den Zuschuss.
  • Ü-Hi 3: 
  • Berechnen Sie den Umsatzrückgang für jeden Monat (1-Umsatz Jan. 2021/Umsatz 2019). Liegt dieser Wert höher als 0,7, werden die Fixkosten mit 90% in dem Monat gefördert, liegen er zwischen 0,5 und 0,7 beträgt die Förderung 60%, liegt er zwischen 0,3 und unter 0,5 beträgt die Förderung 40 % und bei einem Umsatzeinbruch unter 0,3 wird der Monat nicht gefördert.
  • Dann schreiben Sie Ihre Fixkosten (z.B. Miete, Finanzierungskosten aber nicht die Kosten für den Lebensunterhalt) für jeden Monat in die nächste Spalte. Jetzt können Sie ausrechnen, wie hoch die Förderung der Fixkosten pro Monat ist (Förderquote x Fixkosten).

Beispiel 1: geringe Fixkosten, Jahresgehalt > 30.000 €

Überbrückungshilfe III oder Neustarthilfe?
Überbrückungshilfe III oder Neustarthilfe?

Beispiel 2: hohe Fixkosten, Jahresgehalt > 40.000 €

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Überbrückungshilfe III oder Neustarthilfe?