01.07.2020

Vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung

geschrieben von Norbert Woehlke

Wer in der Ausbildung richtig Gas gibt, kann sich füher zur Abschlussprüfung anmelden!

Vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung

Auszubildende, die das Ausbildungsziel wegen besonders hohem Lerntempo schneller erreichen, können vorzeitig an der Abschlussprüfung teilnehmen (§ 45 Abs. 1 BBiG).

Voraussetzung: Überdurchschnittliche Leistungen
Für eine vorzeitige Zulassung müssen Azubis nachweisen, dass sie im Betrieb und im Berufskolleg überdurchschnittliche Leistungen gezeigt haben.

Das ist dann der Fall, wenn die Beurteilung mindestens „gut“ ist, also ein Notendurchschnitt von 2,49 oder besser vorliegt.

Die Beurteilungen müssen sowohl im Berufskolleg als auch im Ausbildungsbetrieb überdurchschnittlich gut sein. (Unter)durchschnittliche Leistungen an einem Lernort (zum Beispiel im Betrieb) können nicht durch besonders gute Leistungen im anderen (zum Beispiel dem Berufskolleg) ausgeglichen werden.

Die Leistungen müssen zum Zeitpunkt der Antragstellung vorliegen, spätere Verbesserungen können nicht berücksichtigt werden.

Bescheinigung des Berufskollegs
Für die Feststellung der Leistungen im Berufskolleg ist das letzte Zeugnis vor der Antragstellung ausschlaggebend. Dabei errechnet das Berufskolleg nicht einfach den Mittelwert aller erzielten Noten, es ist auch wichtig, ob die Fächer bezogen auf den Beruf prüfungsrelevant sind.
Bei der Entscheidung über den Antrag auf vorzeitige Zulassung richtet sich die IHK Mittleres Ruhrgebiet nach der Bescheinigung des Berufskollegs. Sie nimmt keine eigene, alternative Berechnung der schulischen Durchschnittsnote vor.

Bescheinigung des Betriebes
Auch im Betrieb müssen die Leistungen des Azubis für eine vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung überdurchschnittlich gut sein.

Voraussetzung: Abgeschlossene Ausbildung
Damit ein Azubi vorzeitig zur Abschlussprüfung zugelassen werden kann, muss die Ausbildung zum gewünschten Prüfungstermin so weit abgeschlossen worden sein, dass die wesentlichen Kompetenzen schon vermittelt werden konnten, die in der Ausbildungsordnung stehen. Es muss also zu erwarten sein, dass der Auszubildende die Prüfungsanforderungen beherrschen kann.

Antrag
Den Antrag auf vorzeitige Zulassung (s. Download "Antrag auf vorzeitige Prüfungszulassung" im Anschluss an diesen Beitrag) stellt der Azubi, gern eingescannt per E-Mail.

Für industriell-technische Berufe ist Tobias Kruse zuständig.
Für kaufmännische Berufe, gastgewerbliche Berufe, IT- und Dienstleistungsberufe werden die Anträge von Anke Krauss und Katharina Krüsener bearbeitet (s. Ansprechpartner).

Wenn der Antrag nicht eindeutig oder unvollständig sein sollte - etwa weil eine Stellungnahme des Betriebes oder des Berufskollegs negativ ist oder fehlt - hört die IHK alle Beteiligten an. Es ist für Azubis also nicht möglich eine Entscheidung zu erhalten, ohne dass ihr Ausbildungsbetrieb oder das Berufskolleg daran beteiligt werden.

Über die vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung entscheidet die IHK. Wenn sie die Voraussetzungen nicht für gegeben hält, bezieht sie den Prüfungsausschuss in die Entscheidung mit ein (§ 46 BBiG).

Wenn eine vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung nicht möglich ist, kann gegebenenfalls alternativ die Ausbildungszeit verkürzt werden, wenn Auszubildende und Betrieb sich hier einig sind und dies vertraglich vereinbaren (s. Download "Verkürzung der Ausbildungszeit").

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Antrag auf vorzeitige Prüfungszulassung

332.98 KB

Mit diesem übersichtlichen, ausfüllbaren pdf-Formular kann die vorzeitige Prüfungszulassung besonders komfortabel beantragt werden. Den Antrag stellt der Azubi, seine Leistungen müssen im Betreib und im Berufskolleg gut sein.

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Verkürzung der Ausbildungszeit

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Die Ausbildungsdauer kann vertraglich verkürzt werden, wenn sich Azubi und Ausbildender einig sind. Voraussetzung dafür ist zum Beispiel eine vorausgegangene Ausbildung, das (Fach-)Abitur oder ein Lebensalter von über 21 Jahren.

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