23.03.2020

Update 29.06.2020 - Coronavirus: Informationen für Auszubildende und Ausbildungsbetriebe

geschrieben von Alexandra Brnicanin

DIESER BEITRAG WIRD REGELMÄßIG AKTUALISIERT!

Update
Post-it mit der Aufschrift "Update" – Bild: OpenClipart-Vectors auf Pixabay

Informationen zu den Prüfungsergebnissen der Sommer-Abschlussprüfungen 2020:

https://bit.ly/PrüfungsergebnisseSommer2020


Bundesprogramm "Ausbildungpltze sichern:

Um zu verhindern, dass die COVID-19-Krise zu einer Krise für die berufliche Zukunft junger Menschen und der Fachkräftesicherung wird, wurde heute das Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" verabschiedet. Die Förderung soll über die Agentur für Arbeit laufen.

In fünf Förderlinien werden gefördert:

  1. Betriebe, die ihre Ausbildungskapazitäten beibehalten,
  2. Betriebe, die ihre Ausbildungskapazität erweitern,
  3. Betriebe, die Kurzarbeit für Auszubildende und Ausbilder vermeiden,
  4. Betriebe, Überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS) oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister, die bestimmte Auszubildende im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung aufnehmen oder
  5. Betriebe aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus pandemiebedingt insolventen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bis zum 31. Dezember 2020 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen .

Details können Sie hier nachlesen:

https://bit.ly/AusbildungsförderungCorona

Prüfungsnews

Wann sind die Prüfungen, wann werden die Ergebnisse bekannt gegeben, wann endet die Ausbildung?

Ministerium weitet Öffnung der Berufskollegs aus

Das Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW veröffentlicht weitere Regelungen dazu, wie die Beschulung an den Berufskollegs ab dem 11.05.2020 vorgesehen ist:

TIPP: Infos zu Möglichkeiten der Prüfungsvorbereitung befinden sich weiter unten im Beitrag!

Verschiebung des Ausbildungsendes

Aufgrund der verschobenen Abschlussprüfung verschiebt sich auch das Ende der Berufsausbildung/Umschulung.

Wann endet meine Berufsausbildung/Umschulung?

Contract
Unterschreiben eines Vertrages – Bild: Andreas Breitling auf Pixabay

Im Falle eines Falles: Verlängerung des Ausbildungsvertrages

Läuft ein Ausbildungsvertrag vor dem (neuen) Ende des Ausbildungsverhältnisses aus, ist eine Verlängerung notwendig.

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Verlängerung des Ausbildungsvertrages

398.05 KB

Den Antrag auf Verlängerung eines Ausbildungvertrages finden Sie hier. Senden Sie diesen bitte an krauss@netzn.ihk.de oder weinert@netzn.ihk.de

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Update 07.05.2020: Prüfungstermine ZQ Englisch

Auszubildende, die im Rahmen ihrer Ausbildung die Prüfung in der Zusatzqualifizierung "Englisch" ablegen wollen, können sich hier über den voraussichtlichen Prüfungstermin informieren.

Update 07.05.2020 - Termine für Weiterbildungsprüfungen

Bestätigte Termine:

Umgang mit Homeschooling

Viele Betriebe sind verunsichert. Die Berufskollegs sind noch nicht für alle Schüler geöffnet. Sie bieten den Auszubildenden jedoch Unterrichtsstoff in digitaler Form an. Muss der Betrieb den Auszubildenden für die Erledigung der Aufgaben freistellen? Wie es geht und warum das so ist zeigt der Beitrag!

Back to school
Tafel mit der Aufschrift "back to school" – Bild: UzbeklL auf Pixabay

Infos zum Schulstart

Im Auftrag der Bundeskanzlerin sowie die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder hat die Kultusministerkonferenz ein Konzept erarbeitet, wie der Unterricht unter besonderen Hygiene- und Schutzmaßnahmen, insbesondere unter Berücksichtigung des Abstandsgebots durch reduzierte Lerngruppengrößen, insgesamt wiederaufgenommen werden kann.
Dieses Konzept liegt nun vor und enthält u.a. Informationen zum gestuften Unterrichtsbeginn, zu unterrichteten Schulfächern und die Durchführung von Prüfungen.

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Konzept der Kultusministerkonferenz (KMK) - (Beschluss 28.04.2020)

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Informieren Sie sich jetzt! Das aktuelle Konzept finden Sie hier:

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Klassenraum
Aufnahme eines leeren Klassenzimmers – Bild: Wokandapix auf Pixabay

Beschluss Kultusministerkonferenz 21.04.2020

Schule ist Ländersache! Damit Abschlüsse – auch berufliche Abschlüsse – in allen Bundesländern anerkannt werden, hat die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der BRD (Kurzform: Kultusministerkonferenz, Abk. KMK) Rahmenvereinbarungen getroffen.

Die Einhaltung dieser Rahmenvereinbarungen könnte in der Corona-Krise gefährdet sein. Damit den (Berufs-)Schülern des Abschlussjahrganges 2020 keine Nachteile entstehen und auch ihre Abschlüsse bundesweit anerkannt werden, hat sich die KMK auf folgenden Beschluss geeinigt:

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Beschluss Kultusministerkonferenz vom 21.04.2020

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KMK-Beschluss:

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e-learning
Laptop mit der Anzeige "E-Learning" – Bild: kalahh bei Pixabay

Ergebnis Koalitionsausschuss 22.4.2020 

Schulen und Schüler sollen vom Bund beim digitalen Unterricht zu Hause mit 500 Mio. Euro unterstützt werden. Mit einem Sofortausstattungsprogramm sollen die Schulen in die Lage versetzt werden, bedürftigen Schülern einen Zuschuss von 150 Euro für die Anschaffung entsprechender Geräte zu gewähren. Auch die Ausstattung der Schulen soll gefördert werden, um die Erstellung professioneller online-Lehrangebote zu ermöglichen.

Wiedereröffnung der Schulen - Verpflichtender Schulbesuch Auszubildende

Ab dem 20.04.2020 beginnt in NRW die behutsame und schrittweise Öffnung der Schulen.

Grundlage hierfür ist der Beschluss der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder.

Ab Donnerstag, den 23. April 2020, sollen dann die ersten Schülerinnen und Schüler der Schulen zur Vorbereitung auf ihre Prüfungen und Abschlüsse wieder in die Schule gehen können.

Der Schulbesuch für Auszubildende mit bevorstehender Abschlussprüfung ist verpflichtend - sofern er angeboten wird und keine Vorerkrankung beim Auszubildenden besteht. Freiwilligkeit liegt nur für angehende Abiturienten vor.

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Bochumer Berufskollegs informieren die Ausbildungsbetriebe

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Anschreiben der Berufskollegs.

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Die aktuelle Situation in unseren Ausbildungsbetrieben ist sehr unterschiedlich. Trotz aller Widrigkeiten darf eine Sache jedoch nicht aus dem Fokus geraten: Der erfolgreiche Ausbildungsabschluss der Auszubildenden. Es ist an uns allen, hieran zu arbeiten!

Alle an der Ausbildung Beteiligten sind daher aufgerufen, hieran mitzuwirken. Alle Berufskollegs nutzen die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel, um die Auszubildenden trotz Schulschließungen zu unterstützen. Die Ausbildungsbetriebe sollen den Auszubildenden die Chance geben, die zur Verfügung gestellten Aufgaben zu bearbeiten um auf diesen Weg möglichst eine Verlängerung der Ausbildungszeit vermeiden zu können.

Beschulung der Auszubildenden, die nicht vor der Abschlussprüfung stehen

Für Auszubildende, die aktuell nicht vor der Abschlussprüfung stehen, stellen die Berufskollegs weiterhin Lernmaterialien zur Verfügung. Die einzelnen Berufskollegs informieren hierüber auf ihrer Homepage.

Alice-Salomon-Berufskolleg

Um die Bearbeitung der Unterrichtsthemen während der Schulschließung zu ermöglichen, wurde die Lernplattform Moodle eingerichtet. Die dort hinterlegten Materialien sollen von allen Schülern bearbeitet werden.
Die Kommunikation über die Unterrichtsinhalte mit den Lehrkräften ist über Moodle oder Email möglich.

Berufskolleg Hattingen
Die Auszubildenden stehen per Mail mit ihren Lehrern in Kontakt. Alle Auszubildende werden regelmäßig mit Lernmaterialien und Aufgaben versorgt.

Fragen von Betrieben beantworten gerne die jeweiligen Klassenleher. Sollten die Kontaktdaten nicht vorliegen, so können diese über die Bildungsgangleiter erfragt werden. Die Kontaktdaten finden Sie hier:
https://bit.ly/bkhattingen

Berufskolleg Witten

Die Auszubildenden stehen per Mail mit ihren Lehrern in Kontakt. Alle Auszubildende werden regelmäßig mit Lernmaterialien und Aufgaben versorgt.

Fragen von Betrieben beantworten gerne die jeweiligen Klassenlehrer. Sollten die Kontaktdaten nicht vorliegen, so können diese über die Bildungsgangleiter erfragt werden. Die Kontaktdaten finden Sie hier:

https://bit.ly/AnsprechpartnerBKWitten

Emschertal Berufskolleg

Für Schülerinnen und Schüler in der dualen Ausbildung sowie in Praktika beschränkt sich die Maßnahme auf den Ausfall des Unterrichts. Sie müssen im jeweiligen Betrieb bzw. Praxisort (sofern nicht geschlossen) ihre Aufgaben erfüllen.

Klaus-Steilmann-Berufskolleg

Die Auszubildenen erhalten umfassende Aufgaben. Sie sollen diese an ihren offiziellen Berufsschultagen in Absprache mit ihren Arbeitgebern erledigen. 

Ansprechpartner: https://bit.ly/AnsprechpartnerKlausSteilmannBK

Louis-Baare-Berufskolleg

Berufsschulschüler sollen zur Verfügung gestellte Aufgaben an ihren offiziellen Berufsschultagen in Absprache mit ihren Arbeitgebern erledigen. Die Klassen- und Fachlehrer/innen stehen über ihre Dienst-Email zur Verfügung. Ansprechpartner der Fachklassen: 

https://bit.ly/AnsprechpartnerLouisBaareBK 

Mulvany Berufskolleg

Allen Schülern werden über die Online-Lernplattform moodle Lernmaterialien zur Verfügung gestellt. Alle Schülerinnen und Schüler haben Zugang zur Lernplattform. Die Lehrkräfte sind ebenfalls dort registriert und bieten Aufgaben und Übungen hauptsächlich über diese Lernplattform an.

Sollten zusätzlich Fragen offen sein, stehen die jeweiligen Klassenleitungen per E-Mail zur Verfügung. Die Kontaktdaten sind hier veröffentlicht:

http://bit.ly/AnsprechpartnerMulvanyBK

Technische Berufsschule 1

Das Berufskolleg hat allen Auszubildenden Arbeitsblätter und Lernmaterialien zur Verfügung gestellt. Sie stehen über ein Portal mit den Lehrern in Verbindung und Austausch. Darüber hinaus werden in einigen Klassen auch Online-Unterrichte durchgeführt. Diese finden zu den gewohnten Schulstunden statt.

Sollte ein Auszubildender Fragen zum Zugang etc. haben, soll dieser sich bitte an seinen Klassenlehrer wenden. Kontaktdaten nicht bekannt? Die E-Mailadressen setzen sich wie folgt zusammen: Nachname@tbs1.de .

Walter-Gropius-Berufskolleg

Infos folgen!

Prüfung
Kalender mit Prüfungsdatum – Bild: Gerd Altmann auf pixabay

Vorbereitung auf Prüfungen und Klausuren

Wie man sich gut auf anstehende Prüfungen/Klausuren vorbereiten kann und sich in einer Prüfungssituation souverän verhält, zeigt dieses Video:

https://bit.ly/SelbständigePrüfungsvorbereitung

Materialien zur Vorbereitung auf IHK-Prüfungen

Auch in Zeiten geschlossener Berufskollegs kann die Zeit effektiv genutzt werden, sich  auf die anstehenden oder aktuell terminlich noch festzulegenden Prüfungen vorzubereiten. Zur Vorbereitung auf IHK-Prüfungen bieten sich Aufgaben vergangener Prüfungen an. Einige Berufskollegs versorgen die Auszubildende aktuell mit diesen Aufgaben, auch langjährig ausbildende Betriebe halten diese Aufgaben oft bereit. Alternativ können Aufgaben hier bestellt werden:

Kaufmännische Ausbildungsberufe
Aufgabensätze vorangegangener Prüfungen für schriftliche Zwischen- und Abschlussprüfungen aller kaufmännischen und IT-Berufe können über den U-Form Verlag bezogen werden: https://bit.ly/PrüfungsvorbereitungUForm

Industriell-technische Ausbildungsberufe
Aufgabensätze vorangegangener schriftlicher Zwischen- und Abschlussprüfungen in allen industriell-technischen Berufen können über die Christiani GmbH & Co. KG bezogen werden: https://bit.ly/PrüfungsvorbereitungChristiani

Jetzt nutzen:

In der Zeit vom 14.04. - 30.06.2020 bietet die DIHK-Bildungs-GmbH zusammen mit eCademy kostenlose Lernprogramme für Azubis an.

Viele Firmen ordnen wegen der Corona-Krise Kurzarbeit an. Hierzu wichtige Informationen:

  1. Kurzarbeit und Auszubildende: http://bit.ly/KurzarbeitAzubi
  2. Fragen, Antworten und Anträge für Betriebe: http://bit.ly/netznKurzarbeit

Können Ausbilder und Auszubildende im Homeofficearbeiten?

Abseits der Krise lautet die Antwort hierzu: "Nein!". Das Berufsbildungsgesetz sieht vor, dass der Ausbildende den Auszubildenden selbst auszubilden hat oder einen Ausbilder oder eine Ausbilderin ausdrücklich damit zu beauftragen hat. 

Diese Person muss überwiegend in der Ausbildungsstätte anwesend sein (Faustregel: mindestens 51%), damit er den Auszubildenden ordnungsgemäß anleiten und seine Arbeitsergebnisse kontrollieren kann. Dies ist in der Regel jedoch dann nicht möglich, wenn der Auszubildende im Homeoffice arbeitet. 

Aktuell heißt es jedoch: Mit Hinblick auf die individuelle Situation im Ausbildungsbetrieb reagieren ohne das Erreichen des Ausbildungszieles aus den Augen zu verlieren.

Ausnahmsweise halten wir es für vertretbar, dass Auszubildende und Ausbilder auch im Homeoffice die Ausbildung aufrecht erhalten können. Wichtig hierbei: 

  • Klare Arbeitsaufträge erteilen
  • Regelmäßig im Austausch stehen
  • Arbeitsergebnisse besprechen ggf. korrigieren.

Nutzen Sie hierzu alle zur verfügung stehenden Kommunikationswege. Z.B.:


Azubistipps

Hilfe, ich bin im Homeoffice - Grundregeln für ein erfolgreiches Arbeiten von Zuhause.

Kompakt-Webinar Homeoffice

In dem ca. 60-minütigen Kompakt-Webinar werden Fragen rund um den Home-Office-Arbeitsplatz besprochen und erörtert. Was ist im Vorfeld und während der Arbeit "von Daheim" zu beachten? Welche rechtlichen und ergonomischen Anforderungen sind wichtig?  Wie sieht die praktische Arbeit aus und was mache ich bei Störungen? Wie stelle ich die Kommunikation und Zusammenarbeit im Team sicher? Welche Tools gibt es, um die virtuelle Arbeit zu erleichtern?

Kann der Auzubildende einfach so in den Urlaub geschickt werden?

Jeder Arbeitnehmer (und damit auch jeder Auszubildende) hat in jedem Kalenderjahr Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub (§1 Bundesurlaubsgesetz).

Grundsätzlich kann der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nicht gegen seinen Willen in den Urlaub schicken (Ausnahme: Betriebsferien). In Betrieben, die keinen Betriebsrat haben, ist zwar eine einseitige Anordnung möglich, es muss aber mit ausreichend Vorlauf passieren. Darüber hinaus muss genug Resturlaub zur freien Verfügung verbleiben und es sind die Belange der Beschäftigten zu berücksichtigen. Von heute auf morgen den Urlaub einseitig anzuordnen ist also grundsätzlich nicht zulässig.

Minusstunden in der Ausbildung

Auszubildende haben den vertraglichen Anspruch, in der täglichen Ausbildungszeit vom Betrieb auch ausgebildet zu werden. Entfällt die Ausbildung ohne Verschulden des Auszubildenden (z.B. der Ausbilder schickt den Auszubildenden nach Hause, weil nichts mehr zu tun ist) ist die Berechnung von Minusstunden i.d.R. nicht rechtens. Wird der Auszubildende vorzeitig nach Hause geschickt, muss der Betrieb gemäß § 19 Abs. 1 Nr. 2a BBiG die Ausbildungsvergütung weiterzahlen (bezahlte Freistellung).

Überstunden/Mehrarbeit

Wer eine betriebliche Ausbildung macht, ist ausschließlich für den Zweck beschäftigt, einen Beruf zu erlernen. Die regelmäßige Arbeitszeit ist im Ausbildungsvertrag festgehalten. Diese reicht aus, einem Auszubildenden die Ausbildungsinhalte zu vermitteln. Diese vertraglich vereinbarte Arbeitszeit kann nicht einseitig durch den Arbeitgeber geändert werden. Eine Pflicht zur Leistung von Überstunden besteht grundsätzlich nicht!

Arbeitszeit ist die Zeit, die der Arbeitnehmer/Auszubildende dem Arbeitgeber zur Verfügung stehen muss. Dabei sind Höchstgrenzen einzuhalten, welche durch verschiedene Gesetze vorgegeben werden (z.B. das Abeitszeitgesetz und das Jugendarbeitschutzgesetz).

Für minderjährige Azubis gilt eine Arbeitszeit von höchstens 40 Stunden wöchentlich und 8 Stunden täglich. Wenn an einem anderen Tag in der Woche entsprechend weniger gearbeitet wird, sind an einzelnen Tagen  auch bis zu 8,5 Stunden erlaubt (§8 Jugendarbeitsschutzgesetz - JArbSchG).

Für Volljährige beträgt die regelmäßige tägliche Höchstarbeitszeit acht Stunden. Die Ausbildungszeit darf auf maximal zehn Stunden nur verlängert werden, wenn sie innerhalb von sechs Monaten im Schnitt acht Stunden täglich nicht überschreitet (§3 Arbeitszeitgesetz).

In absoluten Notfällen darf der Chef die Regelungen übergehen (§14 Arbeitszeitgesetz).  Die wöchentliche Arbeitszeit darf dann bis zu 48 Stunden betragen.

Sind in diesem Fall keine erwachsenen Arbeitskräfte und Auszubildende da, dann müssen unter Umständen auch Minderjährige mit anpacken (§21 Jugendarbeitsschutzgesetz).  Wird in diesen Fällen Mehrarbeit geleistet, so ist sie durch entsprechende Verkürzung der Arbeitszeit innerhalb der folgenden drei Wochen auszugleichen. 

Auch die mehr geleisteten Stunden müssen dem Ausbildungszweck dienen, vergütet oder durch Freizeit ausgeglichen werden. 

Die aktuelle Situation ist für alle neu. Daher unser Tipp: Kühlen Kopf bewahren, miteinander reden und den positiven Abschluss der Ausbildung im Auge behalten.

Insolvenz
Scrabble-Schriftzug Insolvenz – Bild: Ratfink1973 bei pixabay

Worst Case: Insolvenz des Ausbildungsbetriebes

Nicht zu wünschen, leider aber auch nicht auszuschließen: Was tun, wenn einem Ausbildungsbetrieb die Insolvenz droht?

Ein Funken Hoffnung: Die Bundesregierung hat schnell gehandelt und die Insolvenzantragspflicht erstmal bis zum 30.09.2020 ausgesetzt. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen:

https://bit.ly/InsolvenzinZeitenvonCorona

Was, wenn es tatsächlich zum Äußersten kommt? Zunächst einmal ist ein bestehender Ausbildungsvertrag weder durch eine drohende Insolvenz, noch durch die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens direkt betroffen. Sie stellen keinen wichtigen Kündigungsgrund nach § 22 Abs. 2 Nr. 1 BBiG dar. Das heißt, dass die aus dem Ausbildungsverhältnis resultierenden Rechte und Pflichten weiterhin bestehen bleiben.

Was bedeutet dies?

Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens tritt ein Insolvenzverwalter an die Stelle des Ausbildungsbetriebs. Alle aus dem Ausbildungsvertrag bestehenden Ansprüche sind an ihn zu richten. Der Insolvenzverwalter ist dazu verpflichtet, die aus dem Ausbildungsverhältnis resultierenden Pflichten weiter zu erfüllen. Das bedeutet zum Beispiel auch, dass dieser die vereinbarte Ausbildungsvergütung zahlt.

Höhe der Ausbildungsvergütung bei Insolvenz

Kann die Höhe der Ausbildungsvergütung reduziert werden? Ja, aber nur wenn die Vertragspartner sich einig sind. Grundsätzlich können sich Ausbildungsbetrieb und Auszubildender auf eine Kürzung der Ausbildungsvergütung verständigen. Die Ausbildungsvergütung muss jedoch weiterhin angemessen und höher als die gezahlte Vergütung des vorhergehenden Jahres sein (§ 17 Abs. 1 Berufsbildungsgesetz).

Kündigung jedoch nicht ausgeschlossen

Vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens berechtigt allein die Betriebsstilllegung zur Kündigung. Diese kann dann gem. § 22 Abs. 2 Nr. 1 BBiG fristlos erfolgen. Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist eine Kündigung mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist bereits dann möglich, wenn keine Ausbildungsmöglichkeiten mehr bestehen. Ganz wichtig: Die Auszubildenden müssen sich umgehend (drei Monate vor Ende des Ausbildungsverhältnisses) bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend melden.

Matchin-Team
Collage der Mitarbeiterinnen im Ausbildungsmatching – Bild: IHK MR

Im Fall der Fälle:

Die drei Kolleginnen aus dem Ausbildungsmatching helfen Insolvenzbewerbern, einen neuen Betrieb zu finden und suchen Betriebe, die Insolvenzbewerber aufnehmen möchten. Beides online über den neuen Bewerbernavigator! Kostenfrei natürlich!

Bewerbernavigator

Wie das geht, beschreiben die Kolleginnen hier:

Ausbildung von A-Z
Screenshot zur Gruppe Ausbildung von A-Z – Bild: privat

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