23.03.2020

Update 23.11.2020 - Coronavirus: Informationen für Auszubildende und Ausbildungsbetriebe

geschrieben von Alexandra Brnicanin

DIESER BEITRAG WIRD REGELMÄßIG AKTUALISIERT!

Update
Post-it mit der Aufschrift "Update" – Bild: OpenClipart-Vectors auf Pixabay

Das Ministerium für Schule und Bildung NRW gibt bekannt: Verzicht auf Unterricht am 21. und 22. Dezember 2020. Da es sich rechtlich gesehen jedoch nicht um verlängerte Ferien handelt, können Klassenarbeiten und Klausuren der Abschlussjahrgänge von Bildungsgängen des Berufskollegs mit Blick auf die Zulassung zu den dezentralen Prüfungen zum Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife, der Fachhochschulreife oder eines Berufsabschlusses nach Landesrecht an diesen beiden Tagen trotzdem geschrieben werden. Die Berufskollegs werden Möglichkeiten bieten, den ausgefallenen Unterricht zu kompensieren.

Winterprüfung 2020

Die nächste Prüfungsphase steht vor der Tür. Wie Corona sich darauf auswirkt, können wir heute noch nicht absehen. Wir werden aktuell informieren. 

Heute schon können wir etwas zum Thema Prüfung und Maske sagen:

http://bit.ly/Winterprüfung2020Maske.

"Lockdown light"

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben Bund und Länder einen Teil-Lockdown beschlossen. Er gilt ab Montag, 2. November, bis Monatsende.

Wichtig für Ausbildungsbetriebe: 

  • Schulen sollen auch im November verlässlich offen bleiben. Die Länder sollten aber weitere Schutzmaßnahmen einführen.
  • In Industrie, Handwerk und Mittelstand soll sicheres Arbeiten umfassend ermöglicht werden. Die Arbeitgeber müssen ihre Mitarbeiter und Auszubildende vor Infektionen schützen. Deshalb muss, laut Beschluss, jedes Unternehmen in Deutschland "auch auf Grundlage einer angepassten Gefährdungsbeurteilung sowie betrieblicher Pandemieplanung ein Hygienekonzept umsetzen und angesichts der gestiegenen Infektionszahlen auch nochmals anpassen". Nicht unbedingt nötige Kontakte in der Belegschaft müssen vermieden werden. Wo immer umsetzbar soll Heimarbeit ermöglicht werden (s.u.). 
  • Hilfe für Unternehmen: Der Bund wird Hilfen für die vom Lockdown betroffenen Wirtschaftsbereiche verlängern und die Konditionen etwa für die Kultur- und Veranstaltungsbranche und auch Soloselbständige verbessern. Außerdem wird der Schnellkredit der staatseigenen KfW Bankengruppe für Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten geöffnet und angepasst.                     

Weitere Informationen hierzu: http://bit.ly/außerordentlicheWirtschaftshilfe

Zum Schulstart nach den Herbstferien gilt:

Maskenpflicht:

  • Mund-Nase-Bedeckung für alle Schüler auf dem Schulgelände.
  • Ab Jahrgangsstufe 5 gibt es auch eine Maskenpflicht im Unterricht und am Sitzplatz.
  • Keine Maskenpflicht für die Primarstufe, solange sich Schüler im Klassenverband im Unterrichtsraum aufhalten.

Belüftung im Schulbetrieb:

Das Lüften der Räumlichkeiten ist ein wesentlicher Beitrag dazu, das Risiko einer Ansteckung über Aerosole zu verringern.

  • Stoßlüften alle 20 Minuten.
  • Querlüften, wo immer es möglich ist.
  • Lüften während der gesamten Pausendauer.

Hier gelangen Sie zu den aktuellen Informationen zum Schulbetrieb der Berufskollegs in unserem Kammerbezirk:

http://bit.ly/Coronatbs1

http://bit.ly/CoronaWalterGropius

http://bit.ly/CoronaAliceSalomon

http://bit.ly/CoronaKlausSteilmann

http://bit.ly/CoronaLouisBaare

http://bit.ly/CoronaMulvany

Die Informationen des Emschertal Berufskollegs und des Berufskollegs Witten folgen.

Update
Post-it, auf dem "Update" steht – Bild: OpenClipart-Vectors auf Pixabay

Viele Firmen ordnen wegen der Corona-Krise Kurzarbeit an. Hierzu wichtige Informationen:

  1. Kurzarbeit und Auszubildende: http://bit.ly/KurzarbeitAzubi
  2. Fragen, Antworten und Anträge für Betriebe: http://bit.ly/netznKurzarbeit
  3. Sie sind in der Lage dazu, Kurzarbeit für Ihre Ausbilder und Auszubildenden zu vermeiden? Das belohnt der Staat: Eine Förderung erfolgt in Höhe von 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat, in dem im Betrieb ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent zu verzeichnen ist.  Weitere Infos hierzu: https://bit.ly/AusbildungsförderungCorona

Auch weitere Förderungen von Ausbildungsbetrieben, die von Corona betroffen sind, sind möglich:

Bundesprogramm "Ausbildungpltze sichern:

Um zu verhindern, dass die COVID-19-Krise zu einer Krise für die berufliche Zukunft junger Menschen und der Fachkräftesicherung wird, wurde das Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" verabschiedet. Die Förderung soll über die Agentur für Arbeit laufen.

In fünf Förderlinien werden gefördert:

  1. Betriebe, die ihre Ausbildungskapazitäten beibehalten,
  2. Betriebe, die ihre Ausbildungskapazität erweitern,
  3. Betriebe, Überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS) oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister, die bestimmte Auszubildende im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung aufnehmen oder
  4. Betriebe aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus pandemiebedingt insolventen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bis zum 31. Dezember 2020 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen .

Details können Sie hier nachlesen:

https://bit.ly/AusbildungsförderungCorona

Contract
Unterschreiben eines Vertrages – Bild: Andreas Breitling auf Pixabay

Im Falle eines Falles: Verlängerung des Ausbildungsvertrages

Läuft ein Ausbildungsvertrag vor dem (neuen) Ende des Ausbildungsverhältnisses aus, ist eine Verlängerung notwendig.

Download

Verlängerung des Ausbildungsvertrages

398.05 KB

Den Antrag auf Verlängerung eines Ausbildungvertrages finden Sie hier. Senden Sie diesen bitte an krauss@netzn.ihk.de

Herunterladen

Umgang mit Homeschooling

Viele Betriebe sind verunsichert. Die Berufskollegs sind noch nicht für alle Schüler geöffnet. Sie bieten den Auszubildenden jedoch Unterrichtsstoff in digitaler Form an. Muss der Betrieb den Auszubildenden für die Erledigung der Aufgaben freistellen? Wie es geht und warum das so ist zeigt der Beitrag!

Prüfung
Kalender mit Prüfungsdatum – Bild: Gerd Altmann auf pixabay

Vorbereitung auf Prüfungen und Klausuren

Wie man sich gut auf anstehende Prüfungen/Klausuren vorbereiten kann und sich in einer Prüfungssituation souverän verhält, zeigt dieses Video:

https://bit.ly/SelbständigePrüfungsvorbereitung

Materialien zur Vorbereitung auf IHK-Prüfungen

Zur Vorbereitung auf IHK-Prüfungen bieten sich Aufgaben vergangener Prüfungen an. Einige Berufskollegs versorgen die Auszubildende aktuell mit diesen Aufgaben, auch langjährig ausbildende Betriebe halten diese Aufgaben oft bereit. Alternativ können Aufgaben hier bestellt werden:

Kaufmännische Ausbildungsberufe
Aufgabensätze vorangegangener Prüfungen für schriftliche Zwischen- und Abschlussprüfungen aller kaufmännischen und IT-Berufe können über den U-Form Verlag bezogen werden: https://bit.ly/PrüfungsvorbereitungUForm

Industriell-technische Ausbildungsberufe
Aufgabensätze vorangegangener schriftlicher Zwischen- und Abschlussprüfungen in allen industriell-technischen Berufen können über die Christiani GmbH & Co. KG bezogen werden: https://bit.ly/PrüfungsvorbereitungChristiani

Können Ausbilder und Auszubildende im Homeofficearbeiten?

Abseits der Krise lautet die Antwort hierzu: "Nein!". Das Berufsbildungsgesetz sieht vor, dass der Ausbildende den Auszubildenden selbst auszubilden hat oder einen Ausbilder oder eine Ausbilderin ausdrücklich damit zu beauftragen hat. 

Diese Person muss überwiegend in der Ausbildungsstätte anwesend sein (Faustregel: mindestens 51%), damit er den Auszubildenden ordnungsgemäß anleiten und seine Arbeitsergebnisse kontrollieren kann. Dies ist in der Regel jedoch dann nicht möglich, wenn der Auszubildende im Homeoffice arbeitet. 

Aktuell heißt es jedoch: Mit Hinblick auf die individuelle Situation im Ausbildungsbetrieb reagieren ohne das Erreichen des Ausbildungszieles aus den Augen zu verlieren.

Ausnahmsweise halten wir es für vertretbar, dass Auszubildende und Ausbilder auch im Homeoffice die Ausbildung aufrecht erhalten können. Wichtig hierbei: 

  • Klare Arbeitsaufträge erteilen
  • Regelmäßig im Austausch stehen
  • Arbeitsergebnisse besprechen ggf. korrigieren.

Nutzen Sie hierzu alle zur verfügung stehenden Kommunikationswege. Z.B.:


Azubistipps

Hilfe, ich bin im Homeoffice - Grundregeln für ein erfolgreiches Arbeiten von Zuhause.

Kann der Auzubildende einfach so in den Urlaub geschickt werden?

Jeder Arbeitnehmer (und damit auch jeder Auszubildende) hat in jedem Kalenderjahr Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub (§1 Bundesurlaubsgesetz).

Grundsätzlich kann der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nicht gegen seinen Willen in den Urlaub schicken (Ausnahme: Betriebsferien). In Betrieben, die keinen Betriebsrat haben, ist zwar eine einseitige Anordnung möglich, es muss aber mit ausreichend Vorlauf passieren. Darüber hinaus muss genug Resturlaub zur freien Verfügung verbleiben und es sind die Belange der Beschäftigten zu berücksichtigen. Von heute auf morgen den Urlaub einseitig anzuordnen ist also grundsätzlich nicht zulässig.

Minusstunden in der Ausbildung

Auszubildende haben den vertraglichen Anspruch, in der täglichen Ausbildungszeit vom Betrieb auch ausgebildet zu werden. Entfällt die Ausbildung ohne Verschulden des Auszubildenden (z.B. der Ausbilder schickt den Auszubildenden nach Hause, weil nichts mehr zu tun ist) ist die Berechnung von Minusstunden i.d.R. nicht rechtens. Wird der Auszubildende vorzeitig nach Hause geschickt, muss der Betrieb gemäß § 19 Abs. 1 Nr. 2a BBiG die Ausbildungsvergütung weiterzahlen (bezahlte Freistellung).

Überstunden/Mehrarbeit

Wer eine betriebliche Ausbildung macht, ist ausschließlich für den Zweck beschäftigt, einen Beruf zu erlernen. Die regelmäßige Arbeitszeit ist im Ausbildungsvertrag festgehalten. Diese reicht aus, einem Auszubildenden die Ausbildungsinhalte zu vermitteln. Diese vertraglich vereinbarte Arbeitszeit kann nicht einseitig durch den Arbeitgeber geändert werden. Eine Pflicht zur Leistung von Überstunden besteht grundsätzlich nicht!

Arbeitszeit ist die Zeit, die der Arbeitnehmer/Auszubildende dem Arbeitgeber zur Verfügung stehen muss. Dabei sind Höchstgrenzen einzuhalten, welche durch verschiedene Gesetze vorgegeben werden (z.B. das Abeitszeitgesetz und das Jugendarbeitschutzgesetz).

Für minderjährige Azubis gilt eine Arbeitszeit von höchstens 40 Stunden wöchentlich und 8 Stunden täglich. Wenn an einem anderen Tag in der Woche entsprechend weniger gearbeitet wird, sind an einzelnen Tagen  auch bis zu 8,5 Stunden erlaubt (§8 Jugendarbeitsschutzgesetz - JArbSchG).

Für Volljährige beträgt die regelmäßige tägliche Höchstarbeitszeit acht Stunden. Die Ausbildungszeit darf auf maximal zehn Stunden nur verlängert werden, wenn sie innerhalb von sechs Monaten im Schnitt acht Stunden täglich nicht überschreitet (§3 Arbeitszeitgesetz).

In absoluten Notfällen darf der Chef die Regelungen übergehen (§14 Arbeitszeitgesetz).  Die wöchentliche Arbeitszeit darf dann bis zu 48 Stunden betragen.

Sind in diesem Fall keine erwachsenen Arbeitskräfte und Auszubildende da, dann müssen unter Umständen auch Minderjährige mit anpacken (§21 Jugendarbeitsschutzgesetz).  Wird in diesen Fällen Mehrarbeit geleistet, so ist sie durch entsprechende Verkürzung der Arbeitszeit innerhalb der folgenden drei Wochen auszugleichen. 

Auch die mehr geleisteten Stunden müssen dem Ausbildungszweck dienen, vergütet oder durch Freizeit ausgeglichen werden. 

Die aktuelle Situation ist für alle neu. Daher unser Tipp: Kühlen Kopf bewahren, miteinander reden und den positiven Abschluss der Ausbildung im Auge behalten.

Insolvenz
Scrabble-Schriftzug Insolvenz – Bild: Ratfink1973 bei pixabay

Worst Case: Insolvenz des Ausbildungsbetriebes

Nicht zu wünschen, leider aber auch nicht auszuschließen: Was tun, wenn einem Ausbildungsbetrieb die Insolvenz droht?

Ein Funken Hoffnung: Die Bundesregierung hat schnell gehandelt und die Insolvenzantragspflicht erstmal bis zum 30.09.2020 ausgesetzt. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen:

https://bit.ly/InsolvenzinZeitenvonCorona

Was, wenn es tatsächlich zum Äußersten kommt? Zunächst einmal ist ein bestehender Ausbildungsvertrag weder durch eine drohende Insolvenz, noch durch die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens direkt betroffen. Sie stellen keinen wichtigen Kündigungsgrund nach § 22 Abs. 2 Nr. 1 BBiG dar. Das heißt, dass die aus dem Ausbildungsverhältnis resultierenden Rechte und Pflichten weiterhin bestehen bleiben.

Was bedeutet dies?

Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens tritt ein Insolvenzverwalter an die Stelle des Ausbildungsbetriebs. Alle aus dem Ausbildungsvertrag bestehenden Ansprüche sind an ihn zu richten. Der Insolvenzverwalter ist dazu verpflichtet, die aus dem Ausbildungsverhältnis resultierenden Pflichten weiter zu erfüllen. Das bedeutet zum Beispiel auch, dass dieser die vereinbarte Ausbildungsvergütung zahlt.

Höhe der Ausbildungsvergütung bei Insolvenz

Kann die Höhe der Ausbildungsvergütung reduziert werden? Ja, aber nur wenn die Vertragspartner sich einig sind. Grundsätzlich können sich Ausbildungsbetrieb und Auszubildender auf eine Kürzung der Ausbildungsvergütung verständigen. Die Ausbildungsvergütung muss jedoch weiterhin angemessen und höher als die gezahlte Vergütung des vorhergehenden Jahres sein (§ 17 Abs. 1 Berufsbildungsgesetz).

Kündigung jedoch nicht ausgeschlossen

Vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens berechtigt allein die Betriebsstilllegung zur Kündigung. Diese kann dann gem. § 22 Abs. 2 Nr. 1 BBiG fristlos erfolgen. Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist eine Kündigung mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist bereits dann möglich, wenn keine Ausbildungsmöglichkeiten mehr bestehen. Ganz wichtig: Die Auszubildenden müssen sich umgehend (drei Monate vor Ende des Ausbildungsverhältnisses) bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend melden.

Matchin-Team
Collage der Mitarbeiterinnen im Ausbildungsmatching – Bild: IHK MR

Im Fall der Fälle:

Die drei Kolleginnen aus dem Ausbildungsmatching helfen Insolvenzbewerbern, einen neuen Betrieb zu finden und suchen Betriebe, die Insolvenzbewerber aufnehmen möchten. Beides online über den neuen Bewerbernavigator! Kostenfrei natürlich!

Bewerbernavigator

Wie das geht, beschreiben die Kolleginnen hier:

Ausbildung von A-Z
Screenshot zur Gruppe Ausbildung von A-Z – Bild: privat

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