24.06.2020

Update 10.12.2020: Ausbildungsförderung in Corona-Zeiten: Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

geschrieben von Alexandra Brnicanin

"Ja" zur Ausbildung! Ausbildungs- und Übernahmeprämie stärken die Fachkräftesicherung auch in der Corona-Krise.

update
Post-it mit dem Wort: update – Bild: OpenClpart-Vectors auf Pixabay

Um zu verhindern, dass die COVID-19-Krise zu einer Krise für die berufliche Zukunft junger Menschen und der Fachkräftesicherung wird, wurde  das Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" verabschiedet.

Die Förderrichtlinie wird zum 11.12.2020 erweitert!

  • Ausbildungsbetriebe werden künftig mit Ausbildungsprämien gefördert, wenn sie im Zeitraum von April bis Dezember 2020 in zwei zusammenhängenden Monaten einen Umsatzeinbruch von durchschnittlich mindestens 50 Prozent oder in fünf zusammenhängenden Monaten von durchschnittlich mindestens 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr verkraften müssen (bisher: durchschnittlich mindestens 60 Prozent in April und Mai 2020 gegenüber dem Vorjahr).
  • Die Durchführung von Kurzarbeit wird in Zukunft auch im zweiten Halbjahr 2020 berücksichtigt (bisher: nur erstes Halbjahr 2020).
  • Ausbildungen, die vom 24. Juni 2020 (das ist das Datum des Kabinettbeschlusses zu den Eckpunkten des Bundesprogramms) bis zum 31. Juli 2020 begonnen haben, werden in die Ausbildungsprämien miteinbezogen.
  • Die Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung zur Vermeidung von Kurzarbeit in der Ausbildung werden bis einschließlich Juni 2021 verlängert (bisher: Laufzeit bis einschließlich Dezember 2020).
  • Die Übernahme von Auszubildenden, deren Ausbildungsstelle wegen pandemiebedingter Insolvenz des ursprünglichen Betriebes verloren gegangen ist, wird künftig unabhängig von den Betriebsgrößen mit einer Übernahmeprämie gefördert (bisher: nur, wenn beide Betriebe maximal 249 Mitarbeiter hatten).
  • Solche Übernahmen werden bis zum 30. Juni 2021 gefördert (bisher: bis zum 31. Dezember 2020). 

Die Änderungen gelten auch rückwirkend, das bedeutet: Anträge auf Förderungen können innerhalb von drei Monaten auch für bereits bestehende Ausbildungsverhältnisse gestellt werden, für die bisher eine Förderung nicht möglich war, die aber von den geänderten Voraussetzungen erfasst sind. Das gilt auch, wenn ein vorheriger Antrag aus diesen Gründen abgelehnt worden ist.

Die Förderrichtlinie für die Punkte 2.1 - 2.4 (s. Downloadbereich) wurde erarbeitet und trat am 01.08.2020 in Kraft. Die Förderung wird über die Agenturen für Arbeit beantragt. Der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit informiert hierzu: 0800 4 55 55 20. 

Vorgehen:

1. Laden Sie sich hier den jeweiligen Antrag und die notwendigen Anhänge herunter:
https://bit.ly/AfAAusbildungsplätzesichern. Auf dieser Seite finden Sie auch Ausfüllhinweise.

2. Wenn die Förderung für eine Ausbildung in der Zuständigkeit der IHK beantragt wird, senden Sie uns die von Ihnen ausgefüllte  "Bescheinigung der zuständigen Stelle" bitte ausschließlich an folgende Adresse: bescheinigung@netzn.ihk.de. Warum nur ausgefüllte Bescheinigungen? Wir erwarten ein hohes Aufkommen und so können wir das Verfahren beschleunigen. Und Schnelligkeit zahlt sich aus: die Fördermittel sind begrenzt und es besteht kein rechtlicher Anspruch auf Auszahlung der Prämie!
Um mit der Bearbeitung zügig vorankommen zu können, bitten wir von postalischen Zusendungen und telefonischen Anfragen abzusehen.

3. Sie sind sich nicht sicher, wer die für Sie zuständige Stelle ist? Finden Sie es mit dem Verzeichnis der anerkannten Berufsausbildungen heraus (s. Downloadbereich). Sie sind zwar IHK-Mitglied, aber nicht im Kammerbezirk Mittlers Ruhrgebiet? Kein Problem! Hier geht es zu Ihrer zuständigen IHK: https://www.ihk.de/#ihk-finder .

—10.12.2020

Um zu verhindern, dass die COVID-19-Krise zu einer Krise für die berufliche Zukunft junger Menschen und der Fachkräftesicherung wird, wurde  das Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" verabschiedet.

In fünf Förderlinien werden gefördert (s. Downloadbereich - Flyer Bundesagentur für Arbeit):

2.1 Ausbildungsprämie: Betriebe, die ihre Ausbildungskapazitäten beibehalten,

2.2 Ausbildungsprämie plus: Betriebe, die ihre Ausbildungskapazität erweitern,

2.3 Zuschuss zur Ausbildungsvergütung zur Vermeidung von Kurzarbeit: Betriebe, die Kurzarbeit für Auszubildende und Ausbilder vermeiden,

2.4 Übernahmeprämie: Betriebe, Überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS) oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister, die bestimmte Auszubildende im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung aufnehmen oder Betriebe aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus pandemiebedingt insolventen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bis zum 31. Dezember 2020 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen .

2.5 Förderung von Auftrags- und Verbundausbildung: für Auszubildende in KMU, die ihre Ausbildung temporär nicht im eigenen Betrieb weiterführen können, weil der Betrieb vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Auflagen, die eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs maßgeblich behindern, betroffen ist.Die Förderrichtlinie wurde im November 2020 erlassen. Diese Förderung kann bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See beantragt werden. Weitere Informationen finden Sie hier:

https://bit.ly/netznCoronaVerbund.

Hilfe bei der Vermittlung aus Insolvenzen

Betriebe, die zur Sicherung der Weiterführung von Ausbildungsverhältnissen bei pandemiebedingter Insolvenz einen Auszubildenden aufnehmen wollen, werden durch unsere Matcherinnen unterstützt!

Auch Bewerber aus insolventen Betrieben erhalten bei der Suche nach einem neuen Ausbildungsplatz Hilfe!

FAQ

Ergänzend zu der FAQ-Liste des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (s. Downloadbereich) beantworten wir hier weitere Fragen:

Wie lange laufen die Maßnahmen?

Förderungen sollen für folgende Zeiträume möglich sein:

  • Zu 1+2 Ausbildungsprämien: für das Ausbildungsjahr 2020/2021.
  • Zu 3 Vermeidung von Kurzarbeit: bis zum 31. Dezember 2020.
  • Zu 4 Auftrags- und Verbindausbildung: bis zum 30. Juni 2021.
  • Zu 5 Übernahmeprämie: bis 30. September 2021.

Können die Förderungen auch für Verträge beantragt werden, die bereits geschlossen wurden?

Ja.

Wie berechnet man Vollzeitäquivalente?

  • Mitarbeiter mit nicht mehr als 10 Arbeitsstunden = 0,25
  • Mitarbeiter mit nicht mehr als 20 Stunden = 0,50
  • Mitarbeiter mit nicht mehr als 30 Stunden = 0,75
  • Mitarbeiter im passiven Teil der Altersteilzeit zählen als Mitarbeiter

Bis wann muss der Förderantrag bei der Agentur für Arbeit gestellt werden?

Bis zu 3 Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit.

Wer ist nicht förderberechtigt?

  • Betriebe mit Sitz im Ausland,
  • Arbeitgeber der öffentlichen Hand, wie Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts,
  • privatrechtliche Unternehmen und Organisationen, an denen die öffentliche Hand die Kapitalmehrheit hält oder deren Finanzierung überwiegend durch öffentliche Mittel erfolgt,
  • Schulen und Hochschulen.