02.06.2021

IHK-Außenwirtschaftsreport 2020/2021

geschrieben von Mireille Hegemann

NRW bleibt nach turbulentem Jahr zweitstärkstes Exportland in Deutschland

Neben wichtigen außenwirtschaftlichen Kennzahlen zeichnet der neue Außenwirtschaftsreport NRW 2020/2021 ein regionales Stimmungsbild zu der Geschäftssituation und -perspektive in den ver-schiedenen Ländern. „Ein turbulentes Jahr liegt hinter der Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, die Folgen des Brexit, Handelskonflikte mit China und den USA sowie der schleichende Protektionismus haben die Wirtschaft NRWs im Jahr 2020 geprägt und das Exportvolumen auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gebracht“, sagt Wulf-Christian Eh-rich, Fachpolitischer Sprecher Außenwirtschaft von IHK NRW. Mit 176,2 Mrd. Euro ist die Export-summe um neun Prozent gegenüber 2019 gefallen. Dennoch: Nordrhein-Westfalen bleibt zweit-stärkstes Exportland in Deutschland.
Zu den wichtigsten Hauptabnehmern für NRW-Exporteure zählen die Niederlande (19,1 Mrd. Euro Exportvolumen) und Frankreich (14,7 Mrd. Euro), gefolgt von der Volksrepublik China (12,1 Mrd. Euro), die damit die USA im Handelspartner-Ranking abgelöst hat. Auf Rang 8 gerutscht ist das Vereinigte Königreich (8,9 Mrd. Euro). Seit dem Brexit zeigen sich laut der aktuellen IHK-Umfrage „Going International“ die Zunahme von Zollbürokratie, Logistikproblemen und tarifärer Handels-hemmnisse als schwerwiegende Hürden für die Wirtschaft. Der Wandel unter den Abnehmerländern zeigt: Während die Handelsbeziehungen in einigen Regionen wieder Fahrt aufnehmen, sind andere Märkte für NRW-Unternehmen schwerer zugänglich.
„Der Brexit und die Pandemie haben auch in der Außenwirtschaft ein Umdenken angestoßen, wel-ches die NRW-Wirtschaft jetzt aktiv nutzen muss, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Denn das Exportgeschäft ist mehr als eine wichtige Stütze für die Unternehmen und den Wirtschafts-standort NRW“, betont Ehrich.
Um neue Wege aufzuzeigen, informieren die IHKs vor Ort über innovative Geschäftsmodelle, Ko-operationen mit Startups oder Investitionen in digitale Technologien. „Als enger Partner stehen die IHKs mit Beratungsleistungen, Fachveranstaltungen, der Ausstellung außenwirtschaftlicher Be-scheinigungen sowie der Organisation von Unternehmerreisen und Messebeteiligungen – derzeit digital – bereit“, so Ehrich abschließend. In Zahlen: 2020 wurden 102.190 individuelle Beratungen zu außenwirtschaftlichen Themen sowie 447 Veranstaltungen seitens der IHKs durchgeführt. Die Zahl der ausgestellten elektronischen Ursprungszeugnisse hat sich im Vergleich zum Vorjahr auf 194.176 verdoppelt.

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Außenwirtschaftsreport

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2020/2021

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